ℹ️Wissenschaftlich fundierte Informationen

Panikattacken verstehen und bewältigen

Panikattacken sind intensiv und beängstigend – aber sie sind behandelbar. Hier findest du fundierte Informationen und praktische Hilfestellungen.

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Hast du gerade eine Panikattacke?

Atme langsam aus. Die Attacke wird vorbeigehen. Scrolle zu den Soforthilfe-Strategien.

Zur Soforthilfe

Was ist eine Panikattacke?

Eine Panikattacke ist eine plötzliche, intensive Angstreaktion, die innerhalb von Minuten ihren Höhepunkt erreicht. Sie wird von körperlichen Symptomen begleitet, die oft als lebensbedrohlich empfunden werden – obwohl sie es nicht sind.

Laut DSM-5 (Diagnostisches Manual der American Psychiatric Association) müssen mindestens 4 von 13 Symptomen gleichzeitig auftreten, damit von einer Panikattacke gesprochen werden kann.

Wichtig zu wissen: Eine Panikattacke dauert typischerweise 10–30 Minuten. Sie ist unangenehm, aber nicht gefährlich. Der Körper kann diesen Zustand nicht unbegrenzt aufrechterhalten – er beruhigt sich von selbst wieder.

~23%
erleben mindestens eine Panikattacke im Leben
2–3%
entwickeln eine Panikstörung
80%+
Erfolgsrate bei Therapie

Panikattacke vs. Panikstörung

Einzelne Panikattacke

Kann bei Stress, Übermüdung oder in bestimmten Situationen auftreten. Ist noch keine psychische Störung.

Panikstörung (F41.0 ICD-11)

Wiederkehrende, unerwartete Panikattacken mit anhaltender Sorge vor weiteren Attacken und/oder Vermeidungsverhalten. Erfordert professionelle Behandlung.

Agoraphobie (oft kombiniert)

Angst vor Situationen, aus denen eine Flucht schwierig wäre oder wo Hilfe nicht verfügbar wäre (z.B. öffentliche Verkehrsmittel, Menschenmengen).

1📖 Informationsbereich

Typische Symptome

Diese Symptome können während einer Panikattacke auftreten. Nicht alle müssen gleichzeitig vorhanden sein.

💓

Herzrasen

Starkes Herzklopfen, beschleunigter Herzschlag oder Herzstolpern

💦

Schwitzen

Plötzliches starkes Schwitzen, oft kalt und klamm

🌡️

Zittern

Unkontrollierbares Zittern oder Beben am ganzen Körper

😮‍💨

Atemnot

Kurzatmigkeit, Erstickungsgefühle oder Gefühl, keine Luft zu bekommen

🫁

Brustschmerzen

Schmerzen, Druck oder Engegefühl in der Brust

🤢

Übelkeit

Magenbeschwerden, Übelkeit oder Durchfall

😵‍💫

Schwindel

Benommenheit, Unsicherheit oder Ohnmachtsgefühle

🥶

Hitzewallungen/Kälteschauer

Plötzliche Wärme- oder Kältegefühle

🖐️

Taubheitsgefühle

Kribbeln oder Taubheit in Händen, Füssen oder Gesicht

😰

Unwirklichkeitsgefühle

Gefühl, neben sich zu stehen (Depersonalisation)

😱

Todesangst

Intensive Angst zu sterben oder die Kontrolle zu verlieren

🧠

Angst, verrückt zu werden

Angst, den Verstand zu verlieren oder durchzudrehen

🏥

Medizinischer Hinweis

Einige dieser Symptome können auch auf körperliche Erkrankungen hinweisen (z.B. Herzprobleme, Schilddrüsenüberfunktion). Bei erstmaligem Auftreten sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen.

⚖️

Wichtiger rechtlicher Hinweis

Diese Informationen dienen ausschliesslich der Aufklärung und ersetzen keine professionelle medizinische Diagnose oder Behandlung.

Soforthilfe bei einer Panikattacke

Diese Techniken können dir helfen, eine akute Panikattacke zu bewältigen.

🫁

Die wichtigste Regel: Langsam ausatmen

Bei Panik atmen wir automatisch schnell und flach ein – das verstärkt die Symptome. Konzentriere dich auf das langsame Ausatmen. Der Ausatem sollte länger sein als der Einatem (z.B. 4 Sekunden ein, 6 Sekunden aus).

Aktiviert ParasympathikusSenkt HerzfrequenzReduziert Anspannung
Erdung

5-4-3-2-1 Erdungstechnik

Benenne 5 Dinge, die du siehst, 4 die du hörst, 3 die du fühlst, 2 die du riechst und 1 das du schmeckst.

Atmung

Kontrollierte Bauchatmung

4 Sekunden einatmen, 4 Sekunden halten, 6 Sekunden ausatmen. Der längere Ausatem aktiviert das parasympathische Nervensystem.

Körperlich

Kaltes Wasser

Kaltes Wasser über die Handgelenke laufen lassen oder ein kühles Tuch auf Gesicht und Nacken legen.

Kognitiv

Orientierung im Raum

Aktiv den Raum beschreiben: Wo bin ich? Was ist das für ein Ort? Was sehe ich hier?

Körperlich

Progressive Muskelentspannung

Einzelne Muskelgruppen für 5 Sekunden anspannen, dann bewusst loslassen.

Kognitiv

Selbstberuhigende Sätze

«Das ist eine Panikattacke. Sie geht vorbei. Ich bin in Sicherheit.»

Erinnere dich:

  • Eine Panikattacke ist nicht gefährlich – auch wenn sie sich so anfühlt.
  • Sie dauert maximal 20–30 Minuten und klingt dann von selbst ab.
  • Du wirst nicht ohnmächtig, verrückt werden oder sterben.
  • Versuche nicht zu flüchten – das verstärkt die Angst langfristig.

Wann du professionelle Hilfe suchen solltest

Eine einzelne Panikattacke ist noch kein Grund zur Sorge. Wenn jedoch folgende Punkte auf dich zutreffen, ist professionelle Unterstützung empfohlen:

  • !Die Panikattacken treten wiederholt und unerwartet auf
  • !Du meidest zunehmend Situationen aus Angst vor einer Attacke
  • !Die Attacken beeinträchtigen deinen Alltag, deine Arbeit oder deine Beziehungen
  • !Du entwickelst starke Angst vor der nächsten Attacke
  • !Du leidest unter anhaltender Anspannung oder Besorgnis
  • !Du ziehst dich sozial zurück
  • !Du konsumierst Alkohol oder andere Substanzen, um die Angst zu bewältigen

Wirksame Behandlungen

Kognitive Verhaltenstherapie (KVT)

Goldstandard bei Panikstörung. Sehr hohe Erfolgsrate von über 80%. Wirkt durch Veränderung von Denkmustern und kontrollierte Exposition.

Medikamentöse Therapie

SSRI (Antidepressiva) sind bei Panikstörung wirksam und gut verträglich. Wird oft mit Psychotherapie kombiniert.

Kombination

Die Kombination aus KVT und Medikamenten zeigt in Studien die besten Langzeitergebnisse.

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Wichtig: Ein Selbsttest ersetzt keine professionelle Diagnose. Er dient lediglich der Orientierung und Selbstreflexion.

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